Doschigedanken

5 Jahre krebsfrei und jetzt?

Diesbezüglich sind ein zwei Fragen aufgetaucht die ich gerne mit diesem Blogbeitrag beantworten möchte. Wenn ihr noch weitere Fragen habt, schreibt sie mir gern in die Kommentare 🙂


Welchen Tag verwendest du als zweiten Geburtstag?

Das ist der Tag meiner brusterhaltenden OP. Diese war am 08.07.2014.



Doschi fühlst du dich denn jetzt irgendwie anders? Bist du jetzt geheilt?

Die erste Frage kann ich ganz klar mit einem NEIN beantworten! Klar, am Anfang der Erkrankung war diese magische 5 Jahresgrenze für mich ganz wichtig. Lag wahrscheinlich an diesen ganzen 5 Jahresüberlebensprognosen, die ich mir angeschaut habe. Aber jetzt wo ich diese magischen 5 Jahre erreicht habe, fühlt es sich nicht anders an wie die 4 Geburtstage davor.

Ich habe mittlerweile gelernt, gut mit meinen Ängsten umzugehen und damit zu leben. Habe akzeptiert, dass sich bestimmte Dinge nie wieder ändern werden und ich die 100%tige Unbeschwertheit, wie vor der Diagnose, nicht mehr zurückerlange. Das ist ok. Denn es hat mir tatsächlich sehr geholfen mein Leben als das zu sehen was es ist…Das kostbarste was jeder Mensch besitzt!

Ich sehe es nicht mehr als selbstverständlich, früh morgens gesund aufstehen zu dürfen. Jedes Jahr meinen Geburtstag feiern zu dürfen (hihi ich darf das sogar zweimal). Ich versuche meine wertvolle Lebenszeit hauptsächlich mit Dingen zu verbringen die mir guttun. Beschäftige mich viel mit mir selbst und hinterfrage was es braucht, dass ich glücklich bin. Bin jeden einzelnen Tag dankbar Mama sein zu dürfen. Immer noch das größte Wunder auf Erden, unsere Püppilotta. Es gibt so viele Dinge die ich zum Glück nun anders sehe als vor der Erkrankung.

Kurzum ich bin froh, dass ich es geschafft habe für mich persönlich so viel Positives aus diesem Schicksalsschlag zu ziehen.  

Ich bin aber manchmal sehr traurig und wütend auf mich selbst, dass ich erst durch den Krebs verstanden habe, wie wichtig meine Gesundheit und mein Körper sind! Dazu gehe ich aber mal in einem anderen Beitrag näher ein. Das würde jetzt hier zu sehr ausufern 🙂

Mutmacherin

Zurück zu der 5 Jahresgrenze. Warum ist die so wichtig bzw. so besonders?

In der Onkologie hat es sich bewährt, um die Überlebensraten zu berechnen, Zeitspannen von 5 Jahren zu betrachten. Das heißt, es wird geschaut, wie viele Patienten vom Tag der Erkrankung an gerechnet nach 5 Jahren noch leben. Diese werden sogar nochmal unterteilt zwischen der absoluten und der relativen Überlebensrate. Ich gehe da aber nicht näher drauf ein. Ich finde solche Erhebungen sehr schwierig und kann jedem nur empfehlen, zu schauen, ob sie einem Hoffnung schenken oder weitere Ängste schüren. Denn sind wir ehrlich, niemand weiß auf welcher Seite der Prozentangaben man steht! Es sind auch noch soooo viele andere Faktoren relevant, die diese Zahlen beeinflussen. Von daher sollte man sie nicht überbewerten und sich bewusst sein, es handelt sich dabei um statistische Erhebungen!

Seid ihr im Besitz eines Schwerbehindertenausweises? Wenn ja, dann werdet ihr merken, dass auch da die 5 Jahre eine Rolle spielen.  Denn es wird dann höchstwahrscheinlich so sein, dass ihr ca. 3 Monate vor Erreichen dieser 5 Jahresgrenze angeschrieben werdet. Dort wird man euch bitten, entsprechende Vollmachten und/oder Unterlagen einzureichen, damit der Grad der Behinderung neu festgelegt werden kann. Ich selbst habe vor ein paar Tagen die Info bekommen, dass mein Grad der Behinderung nur noch auf 20% festgelegt wird ^^ Ich lege natürlich Widerspruch ein.

Da kommen wir gleich zur dritten Frage. Bist du jetzt geheilt?

Hmmmm, das ist so eine verdammt schwierige Frage. Denn auch wenn ich bisher gesund und krebsfrei bin, wird mich wohl eine kleine Angst mein restliches Leben begleiten. Es ist aber so, dass die Wahrscheinlichkeit ein Rezidiv zu bekommen von Jahr zu Jahr immer weiter abnimmt. Auch werden die Ängste mit der Zeit immer geringer und verändern sich. Sie beherrschen mich nicht mehr so stark oder lähmen mich.

Also um die Frage noch zu beantworten. Ich hoffe es so sehr!

Eure Doschi

2 Kommentare

  • Nadine

    Liebe Doschi, es ist so toll zu sehen, mit wie viel Mut und Lebensfreude du an die Sache ran gehst. Du machst mir Mut vor allem was die Ängste angehen. Immer dann wenn sie überhand nehmen, denke ich…Hilfe, wie komm ich da nur wieder raus🙄…es sind Menschen oder Mitbetroffene wie Du, die mir Mut machen und mir meine Ängste etwas nehmen. Warst du eigentlich auch in psychoonkologischer Betreuung? Wenn ja, wie sind deine Erfahrungen?

    Danke für den Blog…freu mich schon auf DIY und ein paar schöne Rezepte 👏🙏

    Liebe Grüße 😘
    Nadine (mafine)

    • Doschi

      Liebe Nadine 🙂

      vielen lieben Dank für deine liebe Rückmeldung und es ist so schön zu wissen, dass ich dir mit meiner Geschichte Mut machen kann <3 Auch bin ich echt immer noch soooooo gerührt, dass ihr die kleine Fellnase auch Rudi genannt habt <3 Die Sache mit den Ängsten wird uns wohl unser restliches Leben begleiten, nur werden sie immer leiser und kleiner! Zu deiner Frage, nein ich war in keiner psychoonkologischer Betreuung. Ich hatte es versucht aber musste feststellen, es hat mich nicht weitergebracht. Ich würde diesbezüglich aber jedem empfehlen, es einfach mal zu testen. Es gab einen Psychologen in der Reha, der war für mich genau der Richtige und ich konnte während des Aufentalts mit ihm einiges Aufarbeiten.

      Ich danke dir das du vorbei geschaut hast und dir die Zeit genommen hast 🙂

      Ganz liebe Grüße aus Berlin

Schreibe einen Kommentar zu Doschi Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.